Mai 2017

Inklusion ist der richtige Weg… aber nicht so

Wir wollten unserem Sohn die Regelschule ermöglichen. Die kann aber unserem Sohn die schulische Bildung nicht ermöglichen…

Wir stehen ganz konkret in diesem Jahr vor der Tatsache: Wenn es keine Anhebung der Zahl der Sonderschulpädagoginnen geben wird, dann bedeutet dies eine klare VERSCHLECHTERUNG im Betreuungs/Bildungsschlüssel für die Kinder:

Eine Sonderschulpädagogin pro Zug heisst, jede LehrerIn ist (z.b. bei uns an der Schule) sonderpädagogisch für 18 Kinder zuständig. (Die Zuweisung der Kinder passiert auf der Inklusionskonferenz vor Einschulung in die weiterführende Schule!) Vor „Inklusion“ war eine Vollzeit Sonderschulpäd. für 12 Kinder zuständig. Also die Hälfte weniger!

Aufgrund der Tatsache, dass mit dem neuen Gesetz viele Kinder von den Grundschulen ohne festgestellten Bedarf als „Regelkinder“ in die weiterführende Schulen eingeschult werden, werden aktuell auch noch immer Neuanträge gestellt, da jetzt bei einigen Kindern klar geworden ist, dass es ohne Förderung überhaupt nicht geht.

Das bedeutet, dass die Zahl 18 nicht das Ende ist und: es bedeutet wg. der aufwendigen Anträge einen zeitlichen Mehraufwand… Ich frage mich wie lange die wirklich engagierten Fachkräfte das alles noch „aushalten“ und habe Sorge, dass unser Sohn bald vor einer völlig frustrierten, weil überarbeiteten Lehrerin sitzen wird.

Wenn sich das so abzeichnen sollte, MÜSSEN wir unseren Sohn auf einer Förderschule anmelden, weil das oberste ZIEL ist: ein REGELABSCHLUSS!!!! (was mit Förderung für ihn absolut gut möglich ist!) Ohne den hat er niemals gute Chancen, sein Leben selber bestreiten zu können!! Wir Eltern gucken mit Sorgen auf was MORGEN ist, die Weichen werden JETZT gestellt…

Wir finden Inklusion und das gemeinsame Lernen auch den absolut richtigen Weg. Für unseren Sohn ist es machbar und richtig toll, dass er NICHT auf eine Schule für Lernbehinderte MUSSTE!!

Wenn aber ein Abschluss gefährdet ist, aufgrund der schlechten Bedingungen… weil es zu viel Geld kostet… dann bleibt uns keine andere Wahl, denn in einer Förderschule bekommt er ein dreifaches an guter Betreuung UND Bildung.

Da er auch Förderung im körperlich/motorischen Bereich hat, wird es möglich sein ihn an einer KB Förderschule anmelden zu können. Mit diesem von mir gar nicht gewollten Plan B in der Tasche gucke ich sorgenvoll auf die Entscheidungen der PolitikerInnen. Sie scheinen alle Kinder zu haben, die mühelos Abitur machen, Zukunft-Sorgen kennen sie in der Form scheinbar nicht.“

Andrea H., Aachen

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